
08 Okt. Gemeinsam den Wandel der Kulturlandschaft gestalten: Zukunft ehemaliger Weinbergsflächen an der Mosel
Die Akademie Ländlicher Raum Rheinland-Pfalz lädt zu einer Veranstaltung über die Zukunft von Weinbergsbrachen in den Moselsteillagen ein
Der Strukturwandel im Weinbau stellt insbesondere die Steillagen vor große Herausforderungen. Wo Rebflächen aufgegeben werden, stellt sich die Frage: Wie können diese Flächen sinnvoll und langfristig entwickelt werden? Wie lassen sich ungepflegte Brachen vermeiden und gleichzeitig Kulturlandschaft und biologische Vielfalt erhalten? Die Veranstaltung zeigt verschiedene Ansätze und gibt praktische Einblicke in laufende Projekte. Im Mittelpunkt steht unter anderem die Beweidung mit Schafen und Ziegen. Sie kann dazu beitragen, Weinbergsbrachen offen zu halten, die Kulturlandschaft zu pflegen und die biologische Vielfalt zu fördern. Vorgestellt werden Erfahrungen aus der Praxis, notwendige Rahmenbedingungen und Qualifizierungsmöglichkeiten für Tierhalter. Auch die ökologische Aufwertung von Brachen im Rahmen eines Ökokontos wird thematisiert. Artenreiche Vegetation, heimische Gehölze und neue Lebensraumstrukturen können ökologisch wertvolle Flächen schaffen, die als Ausgleich für zukünftige Eingriffe angerechnet werden können. Doch nicht überall ist eine dauerhafte Offenhaltung sinnvoll oder möglich. In diesen Fällen kann eine gezielte Sukzession des Waldes eine Alternative sein. Welche Voraussetzungen müssen dafür erfüllt sein? Welche rechtlichen, naturschutzfachlichen und forstlichen Vorgaben sind zu beachten? Und welche Möglichkeiten haben Gemeinden, eine solche natürliche Waldentwicklung langfristig zu steuern? Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Querterrassen im Weinberg. Der Querbau kann in Steillagen den Oberflächenabfluss und die Bodenerosion reduzieren, die Biodiversität fördern und zugleich betriebswirtschaftliche Vorteile bieten. Optimierte Arbeitsabläufe können den Bewirtschaftungsaufwand senken und dazu beitragen, die langfristige Ertragsfähigkeit der Flächen zu sichern. Die Veranstaltung verbindet damit fachliche Informationen mit praktischen Erfahrungen und zeigt verschiedene Wege auf, wie mit aufgegebenen Rebflächen in den Moselsteillagen zukunftsorientiert umgegangen werden kann.
Termin: Donnerstag, 05.11.2026. Veranstaltungsort: Steillagenzentrum, Gartenzentrum 18, 54470 Bernkastel-Kues
Die Teilnahme ist kostenlos. Bitte melden Sie sich bis zum 29. Oktober 2026 online unter folgenden Link an: https://www.dlr.rlp.de/Akademie-Laendlicher-Raum/Termine/DLR09728
Die Zukunft der Weinbauflächen in Rheinland-Pfalz wird noch Thema weiterer Regionalkonferenzen. Bei der Podiumsdiskussion mit Weinbauministerin Christine Schneider am 19. November 2026 in Neustadt/Weinstraße steht die Situation in der Pfalz im Mittelpunkt. Ein Ideenworkshop am 1. Dezember 2026 in Bad Kreuznach fokussiert die Weinanbaugebiete Nahe und Rheinhessen. Die Programme aller Regionalkonferenzen sind via https://www.dlr.rlp.de/Akademie-Laendlicher-Raum/Termine abrufbar. Bei Fragen zur Veranstaltung wenden Sie sich gerne an die Geschäftsstelle.
Programm:
| 17:00 Uhr | Begrüßung und Einführung | Norbert Müller Dienststellenleiter DLR Mosel |
| 17:15 Uhr | Weinbergsbrachen: Was jetzt auf keinen Fall passieren sollte! | Dr. Christoph Hoffmann Julius-Kühn-Institut, stellv. Institutsleiter Institut für Pflanzenschutz in Obst- und Weinbau |
| 17:45 Uhr | Nachhaltige Beweidung von Weinbergsbrachen – Ziele, Planungen und Projekte | Carsten Neß
Landespfleger DLR Mosel |
| 18:15 Uhr | Von der Brache zur Ausgleichsfläche | N.N. |
| 18:45 Uhr | Gelenkte Sukzession / gesteuerte Waldentwicklung | Maximilian Hauck Forstamtsleiter Forstamt Wittlich |
| 19:15 Uhr | Ökologische und ökonomische Potenziale der Querterrassierung | Dr. Matthias Porten Abteilungsleiter Weinbau DLR Mosel |
| 19:45 Uhr | Diskussion | Torben Alles Abteilungsleiter Landentwicklung DLR Mosel |
| 20:00 Uhr | Gespräche bei Brezeln & Wein |