
27 Juli Plattschwätzer entdecken die Geschichte Alkens
Zu einer ebenso informativen wie unterhaltsamen Entdeckungstour durch die Moselgemeinde Alken hatte die Mundart-Initiative im Kreis Cochem-Zell e. V. eingeladen. Fast 30 Interessierte folgten der Einladung und lernten bei einem geführten Rundgang die bewegte Geschichte des Ortes kennen.
Als sachkundiger Begleiter führte Karl-Heinz Schunk die Gruppe durch Alken. Mit seinem umfangreichen Wissen über seine Heimatgemeinde und zahlreichen anschaulichen Geschichten verstand er es, die historischen Besonderheiten des Moselortes lebendig und kurzweilig zu vermitteln.
Alken wurde bereits im 10. Jahrhundert unter dem Namen „Alkana“ urkundlich erwähnt. Weithin bekannt ist der Ort insbesondere durch die Doppelburg Thurant. Ihre Besonderheit liegt darin, dass auf demselben Bergsporn zwei voneinander getrennte Burgbereiche entstanden, die Kurköln und Kurtrier zugeordnet waren.
Auch von der früheren Befestigungsanlage Alkens sind bis heute zahlreiche Teile erhalten. Dazu zählen der Wehrturm aus dem Jahr 1256 an der Moselpromenade, das Fallertor als südlicher Zugang sowie das Osttor im Bachtal.
Ein erster Höhepunkt des Rundgangs war das ab etwa 1350 errichtete Wiltbergschloss, das heute von mehreren Parteien bewohnt wird. Zum historischen Schlossareal gehört auch das Weingut AHA – Anton Hammes Alken. Dessen weitläufige Gewölbekeller waren einst Teil der Schlossanlage. Sie erstrecken sich heute unter Gebäuden, einer Straße und einem Weinberg.
Unmittelbar am Weingut beginnt der Treppenaufstieg zur historischen St.-Michaels-Kirche, deren Ursprünge bis in das Jahr 1015 zurückreichen. Der Aufstieg über die zahlreichen Stufen belohnte die Teilnehmer nicht nur mit einem eindrucksvollen Blick über Alken und das Moseltal. Auch das Innere der Kirche beeindruckte die Besucher.
Bis 1849 diente St. Michael als Pfarrkirche. Nach dem Bau der neuen Pfarrkirche wurde sie nicht mehr genutzt, ihre Ausstattung wurde in die neue Kirche und an andere Orte überführt. Fast 150 Jahre lang befand sich das Gotteshaus in einer Art Dornröschenschlaf. Ab 1981 setzten sich zahlreiche Bürger mit großem ehrenamtlichem und finanziellem Engagement für seine Restaurierung ein. Dabei wurden unter anderem wertvolle historische Fresken freigelegt und die Kirche neu ausgestattet.
Der Rundgang endete am Fallertor, wo Karl-Heinz Schunk weitere interessante Einblicke in die Geschichte Alkens vermittelte. Ein Teil der Gruppe ließ den gelungenen Nachmittag anschließend bei einer Stärkung in einer Alkener Straußwirtschaft ausklingen.
Der Besuch machte deutlich: Alken hat nicht nur landschaftlich, sondern auch geschichtlich und kulturell viel zu bieten.