
18 Juni Mosel-Glorie über Starkenburg: Seltenes Lichtphänomen im Morgennebel
Ein besonderer Naturmoment zeigte sich am 20. April 2026 über der Mosel: Gegen 7.57 Uhr entdeckte Hubertus Schulze-Neuhoff, Diplom-Meteorologe aus Traben-Trarbach, am Rand des weißen Moselnebels bei Starkenburg einen farbigen Ring. Das seltene optische Phänomen entstand im Zusammenspiel von tief stehender Morgensonne, feinen Wassertröpfchen im Nebel und dem Schatten des Beobachters.
An diesem Morgen war Birgit Schug bei Hubertus Schulze-Neuhoff zu Gast. Vom Balkon aus machte sie zwei Fotos der ungewöhnlichen Erscheinung. Auch Günter Schlosser-Riedel wurde auf das Phänomen aufmerksam und stellte die naheliegende Frage: „Was ist das für ein Phänomen?“ Die spätere Recherche brachte die Antwort: Es handelte sich vermutlich um eine sogenannte Glorie – hier besonders eindrucksvoll im Moselnebel sichtbar. Regional lässt sich dieses Schauspiel treffend als „Mosel-Glorie“ beschreiben.
Eine Glorie ist ein optisches Phänomen, das entstehen kann, wenn Sonnenlicht an winzigen Wassertröpfchen im Nebel oder in Wolken gebeugt und zurück gestreut wird. Sichtbar wird sie meist als farbiger, ringförmiger Lichtkranz um den Schatten des Beobachters. Besonders gute Voraussetzungen dafür gibt es an erhöhten Standorten, wenn die Sonne hinter dem Beobachter steht und sich vor ihm oder unterhalb eine Nebelschicht befindet.
Genau diese Bedingungen können an der Mosel immer wieder zusammentreffen: die Hanglage, der Blick über das Tal, die tief stehende Morgensonne und der typische Moselnebel. Dennoch bleibt eine solche Beobachtung selten und flüchtig. Die Erscheinung bei Starkenburg war nur für wenige Minuten sichtbar – etwa zwischen 7.50 Uhr und 8 Uhr.
Das Foto wurde anschließend weiterbearbeitet. Hubertus Schulze-Neuhoff ließ die Aufnahme von Birgit Schug in Enkirch ausdrucken und gab sie danach an Frank Assion in Traben-Trarbach zur Bearbeitung weiter. Dieser ergänzte die Konturen der charakteristischen Starkenburger Gebäude anhand eines weiteren Fotos der Ortschaft, aufgenommen vom Trabener Friedhof. So entstand ein eindrucksvolles Bild, das das seltene Lichtphänomen mit der Silhouette von Starkenburg verbindet.
Auch weitere Rückmeldungen zeigten, wie besonders die Beobachtung war. Marianne Oehme aus Hochscheid wies auf einen zweiten, kaum sichtbaren Ring hin. Johann Siemens schrieb Mitte Mai: „Eine Glorie habe ich bisher noch nicht gesehen.“ Zudem wurde angeregt, das Bild im Meteorologischen Kalender 2027 zu veröffentlichen. Auch für das Kreisjahrbuch 2027 ist die Aufnahme vorgesehen.
Am 8. Juni 2026 wurde schließlich eine weitere „Mosel-Glorie“ gesichtet – diesmal bereits um 6.40 Uhr. Damit zeigt sich einmal mehr: Die Mosellandschaft hält auch für erfahrene Beobachter immer wieder Überraschungen bereit. Zwischen Fluss, Nebel, Licht und steilen Hängen entstehen Naturmomente, die nicht nur meteorologisch spannend, sondern auch landschaftlich besonders eindrucksvoll sind.
Die Beobachtung über Starkenburg macht deutlich, wie faszinierend die Moselregion im Detail sein kann. Manchmal genügt ein früher Blick in den Morgennebel, um ein seltenes Schauspiel der Natur zu entdecken.


