
28 Apr. Grundschul-Kids bauen Trockenmauer
Stetige Trockenmauerbaustelle in der Lehmener Würzlay errichtet
Am Außerschulischen Lernort in der Lehmener Würzlay ging es am 20. April 2026 im wahrsten Sinne des Wortes „richtig zur Sache“. Die Schulkinder des 4. Schuljahres der Grundschule Lehmen eröffneten am Aktionstag die Trockenmauerbaustelle der Lehmer Razejunge für Kinder und Jugendliche.
Die Lehmer Razejunge hatten in den Wochen der vegetationsarmen Zeit eine stetige Trockenmauerbaustelle für Schulkinder errichtet. Eine ehemalige Weinbergparzelle, die an den Außerschulischen Lernort der Razejunge angrenzt, wurde entsprechend ausgestattet. Verschiedene Fundamente, geeignet für unterschiedliche Mauerhöhen, wurden vorbereitet. Bruchsteine von eingestürzten Weinbergmauern standen zur Verfügung, wurden vorsortiert und in großen Holzrahmen gelagert. Das erleichtert die Auswahl und Verwendung der Steine beim späteren eigentlichen Trockenmauerbau.
Ein Moderationskoffer wurde entwickelt. Er ermöglicht den Bau eines Trockenmauermodells aus „Holzbausteinen“. Dabei sind die einzelnen „Bausteinarten“ farblich unterschiedlich gekennzeichnet, u.a. die Durchbinder rot, die Läufersteine grün, die normalen Steine beige und die Decksteine grün mit roter Einfassung. Ergänzend erhält der Koffer leichtverständliche „Baupläne“ und „Schnittbilder“ sowie Fotos von Trockenmauern.
Zum Beginn des Praxisteils kann mit den Hilfsmitteln ein Trockenmauermodell errichtet werden. Es fördert das Verständnis des Verlege-Musters der Steine und Begriffe bleiben leichter haften.
Von Vorteil war, dass Valessca Schmidt, Klassenlehrerin der Klassen des 4. Schuljahres der Grundschule Lehmen, das Thema Trockenmauer im Unterricht mit den Schulkindern vor dem Aktionstagbehandelt hatte, und so kamen sie alle gut vorbereitet in die Würzlay.
Die verschiedenen Steinsorten, Bezeichnung, Funktion und das Verlege-Muster der Steine wurden am Holz-Modell einer Trockenmauer von Razejung Dieter Möhring erklärt. Zur Erleichterung waren die verschiedenen Mustersteine ja farblich unterschiedlich gekennzeichnet. Die Schulkinder „puzzelten“ gemeinsam am Modell und mussten feststellen, das volle Konzentration gefragt war. Anschließend ging es zur vorbereitet Lehrbaustelle mit den vorsortierten Steinen unterhalb einer alten Weinbergmauer, praktisch das Vorbild stets vor Augen. Die Schulkinder erkannten schnell den Unterschied von Theorie und Praxis und oh Wunder, die Natursteine waren nicht bunt und auch noch unregelmäßig. Es entstand mit Geduld und Ausdauer, Lage um Lage, bis gemeinsam eine ordentliche Trockenmauer errichtet war. Die Standfestigkeit wurde durch begehen und hüpfen getestet.
Die errichteten Mauern bleiben stehen – werden nicht zurückgebaut. An folgenden Aktionstagen können weitere neue Mauern gebaut bzw. angefangene ergänzt werden.
Die Trockenmauer, als besondere Lebensraum und Bedeutung für Tiere und Pflanzen, wurde vor Ort von Sonja Stefic und Wolfgang Anton erklärt. Beide Vereinsmitglieder der Lehmer Razejunge unterstützen bereits seit Jahren die Schulklassen bei Besuchen in der Würzlay. Sie betreuten auch am Unterrichtstag die Schulkinder beim Pflanzen von Flockenblumen im nahen Umfeld der neu errichteten Trockenmauer. Die Flockenblume ist eine der Futterpflanzen des seltenen Apollofalters. Von der Umweltstiftung des Landkreises waren zahlreiche vorgezogenen Setzlinge für die Aktion zur Verfügung gestellt worden. Am Folgetag besuchten einige Schulkinder mit ihren Eltern die „Baustelle“ und präsentierten stolz ihr Werk.
Die Lehrbaustelle am Außerschulischen Lernort steht neben der Grundschule Lehmen selbstverständlich auch Grundschulklassen in Begleitung ihrer Lehrer aus den Nachbarorten für Erlebnis- und Unterrichtstagen zur Verfügung.
Kontakt: www.lehmer-razejunge.de

© Dieter Möhring