Workation an der Mosel: Chancen für Gastgeber, Betriebe und Region

© Regionalinitiative "Faszination Mosel"

Workation an der Mosel: Chancen für Gastgeber, Betriebe und Region

Arbeiten, wo andere Urlaub machen – dieses Potenzial stand im Mittelpunkt eines ganztägigen Workshops „Faszination Mosel – Arbeiten am Fluss“ der Regionalinitiative „Faszination Mosel“ am 23. Februar 2026 im MoselWerk Coworking in Ediger-Eller. Mit 38 Teilnehmenden aus Tourismus, Vermietung, Coworking und weiteren Bereichen war der Workshop nicht nur sehr gut besucht, sondern vor allem geprägt von intensivem Austausch, konkreten Praxisbeispielen und einem gemeinsamen Blick nach vorn.

Unter der Leitung von Workation-Experte Stefan Dietz und seinem Team wurde deutlich, dass sich die Arbeitswelt grundlegend verändert – und damit auch das Reise- und Aufenthaltsverhalten. Workation, Coworking und mobile Arbeit sind längst mehr als ein Trend. Sie bieten Regionen wie der Mosel die Chance, neue Zielgruppen anzusprechen und zusätzliche dritte Arbeitsorte zu schaffen.

Ein zentraler Punkt der Diskussion: Wie ziehen wir die richtigen Menschen zu uns?
Oft beginnt es ganz niedrigschwellig. „Es fängt mit einem Kaffee oder Glas Wein an“, so der Gedanke aus der Runde. Jemand kommt einmal, dann öfter, irgendwann mit dem ganzen Team – und irgendwann verguckt man sich in den Ort. Dieser Faktor werde bislang stark unterschätzt, obwohl er für die langfristige Bindung von Menschen und Unternehmen eine entscheidende Rolle spiele.

Stefan Dietz machte deutlich, dass gute Arbeitsorte heute nicht mehr zwingend klassische Büros brauchen. „Man kann am Strand besser arbeiten als zwischen München und Augsburg. Da funktioniert das Internet besser.“ Entscheidend seien funktionierende Infrastruktur, Atmosphäre und Angebote, die Arbeiten und Leben sinnvoll verbinden. Oder, wie Dietz es zugespitzt formulierte: „Alles, was man im Büro tun kann, geht auch woanders – hässliche Büros braucht niemand.“

Natürlich, so war man sich einig, hat die Mosel kein Meer und keine dauerhafte Sonne. Aber sie hat etwas anderes: die Mosel selbst – und mit ihr die Flüsse Saar, Sauer, Ruwer und Lieser –, dazu Wein, Natur und eine einzigartige Kulturlandschaft. Genau diese Kombination sei ein starkes Pfund im Wettbewerb um mobile Arbeitende. Ein Satz aus der Teilnehmerrunde brachte es augenzwinkernd auf den Punkt:
„Warum Bali, wenn auch Bremm geht?“

Deutlich wurde auch: Das Urlaubsverhalten wird sich künftig weiter verändern. Aufenthalte werden flexibler, länger und stärker mit Arbeit kombiniert. Workation kann dabei ein wichtiges Instrument zur Saisonverlängerung und zur Stärkung regionaler Betriebe sein. „Workation ist ein super Angebot für die Saisonverlängerung“, lautete ein zentrales Fazit.

In Arbeitsgruppen wurde der Blick konkret auf die Moselregion gerichtet. Diskutiert wurden unter anderem:

  • Angebote für individuelle Workations,
  • Angebote für Team-Workations und Gruppen,
  • sowie die Frage, wie sich als Region gemeinsame Systeme, Strukturen und Organisationen aufbauen lassen.

Eine wichtige Leitfrage dabei: Was kann man an der Mosel erleben – und wen trifft man hier? Als möglicher Ansatz wurde die Idee zentraler Orte in den drei Moselregionen diskutiert, an denen Arbeiten, Austausch und regionale Erlebnisse zusammenkommen.

Der Workshop blieb nicht bei Ideen stehen. Erste Ziele, Vorhaben und nächste Schritte wurden bereits festgelegt. Das Thema soll nun in einer Arbeitsgruppe weiter vertieft und aktiv vorangetrieben werden. Ein erneutes Treffen ist für Mitte April geplant, um die Ansätze gemeinsam weiterzuentwickeln und in die Umsetzung zu bringen.



Faszination Mosel