Alte Handwerkkunst im Fokus – Trockenmauerbaukurs in Lehmen

© Dieter Möhring

Alte Handwerkkunst im Fokus – Trockenmauerbaukurs in Lehmen

Trockenmauern sind ein charakteristisches Merkmal der Weinkulturlandschaft der Terrassenmosel. Sie prägen das Landschaftsbild und sind ein Zeugnis handwerklicher Kunst der Bruchsteinmaurer vergangener Zeiten und stellen ein wesentliches Stück Heimat für die Menschen der Region dar. Der Lebensraum „Trockenmauer“ bietet seltenen Tieren und Pflanzen, die zum Teil unter Naturschutz stehen, hervorragende Lebensbedingungen und fördern die Artenvielfalt.

Im Rahmen des Projekts „Mehr als nur Grün“ in der Trägerschaft des Landkreises Mayen-Koblenz wurde am 10. und 11. Oktober 2025 ein zweitägiger Trockenmauerbaukurs in Lehmen in Kooperation mit dem Verein der Lehmer Razejunge e.V. veranstaltet.
Der Kurs fand unter fachkundiger Leitung des Landschaftsarchitekten Walter Oeffling statt. Die Teilnehmenden lernten, welch wichtige Arbeit die Bruchsteinmaurer vergangener Jahrhunderte verrichtet haben, um überhaupt den Steillagenweinbau zu ermöglichen. Wesentliche Grundbergriffe, Techniken und zu benutzende Werkzeuge wurden im Vorfeld erläutert bevor es an den eigentlichen Mauerbau ging. Ziel des Seminars war es, Techniken zu vermitteln wie neue Trockenmauern zu errichten und wie alte Mauern zu restaurieren sind. Altes Fachwissen sollte weitergegeben werden bevor es verloren geht.

Im unteren Flusslauf der Mosel, im Herz der Terrassenmosel, dort wo die typischen Jahrhundert alten Steillagenterrassen an den Hängen prägend sind, fand der zweitägige Kurs statt. Die Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel Kathrin Laymann, der Bürgermeister von Lehmen Arnold Waschgler und Lina Jaeger von der Integrierten Umweltberatung unterstrichen während des Lehrgangs die Bedeutung der Trockenmauern für die Region nicht nur für den Steillagenweinbau sondern auch für den Tourismus.
Die Kurs-Teilnehmer aus dem Landkreis Mayen-Koblenz und dem Westerwaldkreis waren mit Elan und Spaß bei der Sache. Der bauliche Erfolg kann sich sehen lassen und die Teilnehmer können mit Recht stolz auf ihre Leistung sein.

Im kommenden Jahr sind weitere Kurse geplant. Die Vorfahren der Razejunge waren auch Bruchsteinmaurer und daher ist es selbstverständlich, dass sich der Verein der Razejunge für den Erhalt der Trockenmauern engagiert. Die Arbeiten für eine dauerhafte Lehr- und Lernbaustelle in Lehmen befinden sich in der Umsetzung. Wichtig ist für die jeweiligen Seminarteilnehmer, auch zur Bestätigung ihrer Leistung, dass die errichteten neuen Mauern auch erhalten, sichtbar bleiben und nicht wieder zurück gebaut werden.

Kontakt:
Lehmer Razejunge e.V.
www.lehmer-razejunge.de



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