
31 März Steillagen-Netzwerk Workshop in der Domäne Wachau
Michael Wagner und sein Team von der Leadergruppe Wachau hatten ganze Arbeit geleistet. In einem internen Workshop in den Räumlichkeiten der Domäne Wachau ging es am 27. März 2025 vor allem darum, die Aktivitäten des Netzwerkes in die richtige Richtung zu lenken. Als Termine für künftige Sitzungen einigten sich die Beteiligten auf ein Treffen im Rheingau/Mittelrhein im Jahre 2026 und in Luxemburg an der Mosel 2027. Als wichtige Aufgabe wurde definiert, die Sichtbarkeit des Steillagenweinbaus in der Gesellschaft zu fördern und zu verbessern. Bei diesem Netzwerk-Treffen reiften eigene Gedanken und dies gilt es zu nutzen. Konferenzen oder Tagungen wie eben das 1. Steillagen-Forum in der Wachau sind wünschenswerte Teilaspekte des Netzwerkes.
Die zu bearbeitenden Themen sind vielfältig von der Förderung des Weinabsatzes aus Steillagen über die Herausforderungen des Klimawandels bis hin zu Weintourismus und Landschaftsentwicklung. Was bedeuten Flächenrückgänge und Betriebsaufgaben innerhalb des Strukturwandels für die einzelnen Regionen?
Die Erlöse im Steillagenweinbau sind meist nicht so wie sie sein müssten. Kostensteigerungen von über 30 Prozent in den letzten Jahren, schwankende Erträge bedingt durch den Klimawandel, fehlende Fachkräfte und Betriebsnachfolger verschärften die Problematik. Brachflächenmanagement, Rodungsprämien, Offenhaltung und Gestaltung der Weinkulturlandschaften sind sicherlich interessante Themen für künftige Treffen. Potenzielle Netzwerk-Teilnehmer wurden mit Südtirol und dem Wallis ausgemacht. Es wird auf die Bedeutung der Kommunikation und die gute Zusammenarbeit mit der weinbaulichen Praxis hingewiesen. Praktische Ansätze in den Fragen, was kann getan werden und was ist auch in anderen Regionen wichtig, sollen gepflegt werden.
Verschiedene Ideen im Sinne der Regionalentwicklung können und sollen im Netzwerk diskutiert werden. Wissenstransfer, Erfahrungsaustausch, Nutzung und Darstellung von Best Practice-Beispielen sind wichtige Aspekte beider Treffen. LEADER wird als hervorragendes Element der Regionalentwicklung angesehen. Im Weinbau wie im Weintourismus geht es um Wertschöpfung verbunden mit neuen Ideen und Innovationen. Flurbereinigungsverfahren, freiwilliger Landtausch, Flächenbörsen, Maßnahmen zur Krisenbewältigung sind weitere Ansätze und Vorschläge für Inhalte künftiger Treffen.
Ganz eng verbunden ist der Steillagenweinbau mit der Erhaltung und Gestaltung der Weinkulturlandschaft. Das ist eine gesellschaftliche Aufgabe und generiert Wertschöpfung für die gesamte Bevölkerung. Oberste Zeil muss es sein, dass die Bewirtschaftung der Steillagen mit ihrer Tätigkeit Geld verdienen. Erst danach kommt sinnvolle Förderpolitik ins Spiel. Es müssen also zunächst Lösungen zur Erhaltung der Weinkulturlandschaft gefunden werden, die außerhalb der Förderung liegen.
Nachgedacht werden sollte über die Einführung einer Art Kurtaxe, die den Betrieben mit Steillagenweinbau zu Gute kommt. Themen gibt es also genügend bei weiteren Netzwerktreffen. Es kommt darauf an, Ziele zu formulieren und eine Definition wofür stehen wir und was wollen wir.
Außerdem wird vorgeschlagen, ein zusätzliches digitales Treffen ins Auge zu fassen. Zudem könnte eine engere Zusammenarbeit mit bestehenden Organisationen wie AREV und CERVIN gesucht werden.
Text: Gerd Knebel