Koblenz-Güls feiert den 100. Lebensturm

Koblenz-Güls feiert den 100. Lebensturm

Biologischer Hotspot am „Tor zur Mosel“

Ziel erreicht: An der Mosel wurden bislang über 109 Lebenstürme für die Artenvielfalt errichtet. Das 100. Exemplar dieser Lebensstätten für zahlreiche Tierarten steht am Heyerberg in Koblenz-Güls und wurde in einem Gemeinschaftsprojekt von den Heimatfreunden Güls e.V. und den Gülser Blütenfestwinzer errichtet.

In einer Feierstunde am 8. September 2021 wurde diese Erfolgsstory, zu der die Regionalinitiative „Faszination Mosel“ gemeinsam mit dem Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V. und dem Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Mosel im vergangenen Jahr aufgerufen hatte, gebührend gefeiert.

Oberbürgermeister David Langner, Stadt Koblenz, stellte in seiner Begrüßung die Bedeutung der Artenvielfalt und des Klimaschutzes als „Megathemen unserer Zeit“ heraus: „Unsere Heimat ist und bleibt Lebensraum für Tiere, Pflanzen und vor allem uns Menschen“. Er betonte, dass Koblenz Teil der Mosel ist und freut sich auf die Zusammenarbeit mit den Akteuren.

Landrat Gregor Eibes, Bernkastel-Wittlich, bestätigte dies als Vorsitzender der Regionalinitiative „Faszination Mosel“: „Die Stadt Koblenz hat sich der Moselregion geöffnet und ist damit ein starker Partner für uns“. Dies zeige sich nun konkret auch im Projekt „100 Lebenstürme für die Mosel“, so Eibes. Mit der Initiative „Lebendige Moselweinberge“ und der Ausbildung von Naturerlebnisbegleitern des DLR Mosel als Partner in der Regionalinitiative werde Artenvielfalt gelebt. Das Thema „Biodiversität“ sei für die Moselregion ein absolutes Alleinstellungsmerkmal. Landrat Eibes machte deutlich, dass durch die Lebenstürme soziale und ökologische Gemeinschaftsprojekte in den Moselgemeinden entstanden seien.

Carsten Neß, Landespfleger beim DLR Mosel, hatte letztes Jahr eine Broschüre mit praktischen Tipps und Hinweisen zum Bau und zur Gestaltung der Lebenstürme und ihres Umfeldes erstellt. Er wies in seiner Ansprache darauf hin, dass Lebenstürme in erster Linie umweltpädagogische Projekte seien. „Sie erzielen aber durchaus eine positive Wirkung auf Flora und Fauna, wenn sie auf guter fachlicher Grundlage errichtet werden und auch das Umfeld vielfältig gestaltet wird.“ Neß zeigte sich beim Betrachten des Gülser Lebensturms zuversichtlich: „Hier entsteht ein biologischer Hotspot für den Heyerberg.“ Mit dem Projekt „100 Lebenstürme für die Mosel“ setzt die Mosel ein deutliches Zeichen für mehr Artenvielfalt, das auch weit über die Grenzen der Moselregion hinaus wahrgenommen wird.

Auf die Bedeutung der Erhaltung und Gestaltung der einzigartigen Mosel-Weinkulturlandschaft ging Walter Clüsserath, Präsident des Weinbauverbands Mosel, in seiner Rede ein: „Es ist unser höchstes Interesse, dieses Gut zu schützen. Für die Winzer und auch Gäste unserer Moselregion ist dies existenzielle Grundlage“. Die Idee zum Aufruf des Lebensturm-Projektes stammt aus den Reihen der Landjugend, die im Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau organisiert sind. Dies zeige, dass auch die Jungwinzer eine positive Einstellung zur Pflege der Weinkulturlandschaft Mosel haben und sich für Artenvielfalt, Nachhaltigkeit und intakte Umwelt einsetzen. Insofern sei ein Lebensturm ein Sinnbild für ein umweltpädagogisches Projekt, so Clüsserath.

Hans-Werner Wagner von den Heimatfreunden Güls e.V. zeigte sich stolz über den neuen „Hingucker“ am Aussichtspunkt Heyerberg: „Güls ist das Tor zur Mosel. Hier kommen die Menschen hin!“. Gerhard Spurzem als Vertreter der Gülser Blütenfestwinzer bekräftigte diese Aussage: „Der Lebensturm ist ein Bindeglied von Koblenz zur Mosel“. Weitere Vorhaben sind bereits in Planung; so wurde der Wunsch nach einem „Traumpfad“ von dem Gülser Winzern geäußert.

Die Blüten- und Weinkönigin Antonia und ihre Weinprinzessin Jasmin waren ebenfalls vor Ort und begrüßten die Gäste zur Jubiläumsfeier des 100. Lebensturms bei traumhaftem Sommerwetter mit wunderschönem Ausblick auf Koblenz.

Foto: Chris Marmann



Faszination Mosel
X