„Ich habe es immer gerne gemacht“ – Kreishandwerkerschaft MEHR verabschiedet Dirk Kleis

Ehrenobermeister Heiner Wirfs mit Ehefrau Elke bei der Abschiedsfeier von Dirk Kleis. © Kreishandwerkerschaft MEHR

„Ich habe es immer gerne gemacht“ – Kreishandwerkerschaft MEHR verabschiedet Dirk Kleis

Es gibt Jobs, in denen man nach fünf Jahren weiterzieht, weil die Arbeit nichts Neues mehr bringt. Und es gibt Jobs, die jeden Tag etwas Neues bringen, neue Herausforderungen, neue Begegnungen, neue Impulse. Dort ein Vierteljahrhundert zu bleiben, zeugt von Neugierde, Freude am Austausch mit Menschen und Beständigkeit. Mit dem Prümer Dirk Kleis und der Kreishandwerkerschaft war diese Kombination gefunden. Nach 25 Jahren im Dienst des regionalen Handwerks ist Dirk Kleis als Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Mosel-Eifel-Hunsrück-Region (KH MEHR) in den Ruhestand verabschiedet worden. Im Gasthaus Herrig in Meckel kamen Obermeister, stellvertretende Obermeister und Ehrenobermeister der 22 Innungen sowie langjährige Weggefährten zusammen, um auf 25 Jahre gemeinsamer Arbeit zurückzublicken.

Meilensteine in 25 Jahren
Kreishandwerksmeister Raimund Licht hatte die schwierige Aufgabe, ein Vierteljahrhundert zu würdigen, ohne dem Jubilar zu viele Worte zu widmen, denn genau das hatte sich Kleis ausdrücklich verbeten. Licht löste das Problem auf seine Weise: kurz bei den Meilensteinen, ausführlich bei den Anekdoten. Die Meilensteine sprechen allerdings für sich. Kleis hatte seinen Dienst am 1. Juli 2001 bei der Kreishandwerkerschaft Westeifel angetreten, die damals eine Zeit häufiger Wechsel in der Führung hinter sich hatte. Mit ihm kam Beständigkeit und Weitblick. 2007 führte Kleis die Kreishandwerkerschaften Westeifel und Bernkastel-Wittlich zusammen. Es entstand die Kreishandwerkerschaft Mosel-Eifel-Hunsrück-Region. „Damals bemerkenswerterweise ohne die übliche Frage, wer wen schluckt. Es ging darum, wie man gemeinsam sich stärker aufstellt“, erinnert sich Kreishandwerksmeister Licht. Nächster Meilenstein: Kleis baute die Mittelstandsberatungsgesellschaft mbH, eine Tochtergesellschaft, zur festen Säule auf. 2009 holte Dirk Kleis die Geschäftsführung des damals in Mainz befindlichen Landesverband Friseure und Kosmetik Rheinland nach Prüm. „Neben den vielen Innungen, neben der Mittelstandsberatungsgesellschaft war dies nun noch eine Institution, die Herzblut und Fingerspitzengefühl verlangte“, erzählte Licht in seiner Ansprache. Damit nicht genug: 2010 reiht sich der AMD ein – der Arbeitsmedizinische und Sicherheitstechnische Dienst der Kreishandwerkerschaft MEHR ein. Bis 2019 hat Kleis auch hier die Geschäfte geführt.

Stürmische Zeiten
Kreishandwerksmeister Raimund Licht: „Da hätte manch einer den Überblick verloren. So nicht Dirk Kleis. Er gab allen Bereichen die nötige Struktur und Klarheit. Er hat mit viel Weitsicht und Enthusiasmus alle Geschäftsbereiche geleitet. Hut ab.“ Dies ging Kleis auch in stürmischen Zeiten nicht verloren. Und derer gab es einige in den 25 Jahren, denken wir an die Finanzkrise, Pandemie, Flutkatastrophe, Energiekrise. „Besonders in den Krisenzeiten fiel sein Führungsstil auf: zuhören, verstehen, dann handeln.“ „Für manchen Betrieb war sein offenes Ohr in Krisenzeiten wertvoller als jede gute gemeinte Handlungsempfehlung“, weiß Christian Weirich, heute Geschäftsführer und seit 2019 bei der KH MEHR. In seiner eigenen Abschiedsrede fasste Dirk Kleis es in Kürze zusammen: „Ich habe es immer gerne gemacht.“ Und das haben die, die mit ihm regelmäßig zu tun hatten, ihm auch angemerkt.

Die neue Geschäftsführung
Christian Weirich übernimmt zusammen mit Geschäftsführerkollegin Susanne Ritter die vielen Spielfelder des Vorgängers Kleis. Ihr Kurs für das Flaggschiff KH MEHR für die nächsten Jahre: modern im Auftritt, nah an den Betrieben, eine laute Stimme des regionalen Handwerks sein, digital und trotzdem bodenständig. Im Fokus: Fachkräfte sichern, Betriebsübergaben begleiten, Bürokratie bremsen. Ihr Ziel: „Wenn die Handwerksfamilie in fünf Jahren sagt: „Auf unsere KH MEHR ist Verlass – die denken voraus, packen an und bringen uns weiter“, dann haben wir unseren Job richtig gemacht“.



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