Fleischer-Innung diskutiert: Nachwuchsgewinnung und Zukunftsperspektiven

Die Innungsfleischer lieben ihr Handwerk und suchen nach Wegen, den Funken auf die junge Generation überspringen zu lassen. © Fleischer-Innung MEH

Fleischer-Innung diskutiert: Nachwuchsgewinnung und Zukunftsperspektiven

Die Fleischer-Innung Mosel-Eifel-Hunsrück traf sich im August zu ihrer Mitgliederversammlung im Zeltinger Hof. Im Mittelpunkt stand das Thema Nachwuchsgewinnung, welches Obermeister Dieter Schares als Herzensthema hat. „Wo geht die Reise hin?“, lautet seine berechtigte Frage, als man die wenigen Ausbildungsverhältnisse im Fleischerhandwerk betrachtete. „Es findet kaum noch Ausbildung in den handwerklich arbeitenden Fleischereien statt“, teilt Schares offen mit und warnt vor einem Sterben des Handwerks. „Wenn wir die Ausbildung der Fleischer und der Fachverkäufer nur noch dem Einzelhandel überlassen, dann werden wir das Nachsehen haben.“

Von anderen lernen 
Einen zielführenden Weg aus dem Dilemma sieht er durch den Zuzug ausländischer Fachkräfte und verweist auf erfolgreiche Beispiele aus anderen Betrieben und Regionen. Hierzu wird die Innung Gespräche mit Betrieben führen, die bereits Erfahrung mit ausländischen Azubis und Fachkräften gesammelt haben. Aber auch die regionalen Jugendlichen will man nicht aus dem Blick verlieren und weiterhin für das Fleischerhandwerk gewinnen. Eine Gruppe um Obermeister Schares, wird diese Themen angehen. „Ich bin froh, dass meine Innungskollegen Joachim Hesslein, Stefan Roden, Tim Lauterbach und Klaus Gauer-Kneppel bereit sind, hier für unser gesamtes Handwerk einzustehen. Wir müssen die Jugend wieder erreichen und von unserem Handwerk begeistern“, bekräftigt Schares.

FSK-Wettbewerb
An der jährlich stattfindenden „Freiwilligen Selbstkontrolle“ (FSK), wollen sich die Innungsbetriebe auch 2026 wieder beteiligen. Die FSK des Fleischerverbands Rheinland-Rheinhessen ist wie ein Wettbewerb. Die Betriebe reichen Produktproben ein und erhalten von den Experten wertvolle Hinweise zu Rezepturen. Termin ist am 15. November 2026. Unter den Teilnehmenden werden die besten Produkte im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung später prämiert.

Aktuelles aus dem Fachverband
Dagmar Groß-Mauer, Landesinnungsmeisterin Fleischerverband Rheinland-Rheinhessen, informiert über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen im Fleischerhandwerk. Zudem gab sie einen Überblick über aktuelle politische Rahmenbedingungen und deren Auswirkungen. Zum Deutschen Fleischerverbandstag am 18. und 19. Oktober 2026 lud sie nach Mainz ein.

Studiengang Food-Management

Zu Gast war auch Prof. Dr. Helge Fritsch, Studiengangsleitung Food-Management, Duale Hochschule Baden-Württemberg Heilbronn. Fritsch stellte den Mitgliedern die Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit zwischen der Hochschule und dem Fleischerhandwerk vor. Er erläutert die Inhalte und Zielsetzungen des dualen Studiengangs Food-Management und zeigt Perspektiven für Betriebe auf, sich als Praxispartner einzubringen sowie qualifizierten Nachwuchs für die Branche zu gewinnen.

Meisterschutz
Von der handwerksnahen Versicherung Signal Iduna informierten die Regionalvertreter über Versicherungsprodukte, die auf das Lebensmittelhandwerk zugeschnitten sind und die Meister absichert.



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