
03 Nov. Mosel kreativ! Liane Deffert aus Wittlich
Wer bist du? Und in welchem Ort bist du aktiv?
Ich bin Liane Deffert und wohne und arbeite seit 2019 in der Wittlicher Innenstadt. An der schönen Lieser, einem Nebenfluss der Mosel, lässt es sich gut leben. In meinem Wohnhaus konnte ich mir in einem ehemaligen Laden eine eigene Kunstwerkstatt einrichten. Die farbige Gestaltung der Hausfassade war ein Auftrag an einen Trierer Graffiti-Künstler.
In welchem Bereich bist du tätig?
Ich bin Bildende Künstlerin und war über 30 Jahre Kunsterzieherin an verschiedenen Gymnasien im Saarland, in Rheinland-Pfalz und auf der Deutschen Schule in Las Palmas de Gran Canaria.
Seit über 40 Jahren arbeite ich als freischaffende Künstlerin in den Bereichen Plastik und Zeichnung und habe an zahlreichen Ausstellungen und Kunstwettbewerben im In- und Ausland teilgenommen.
Welche Erfolge hast du bisher erzielt?
Ich freue mich, dass ich immer wieder zu überregionalen Ausstellungen, wie der Landeskunstausstellung Rheinland-Pfalz oder der FLUX4Art, eingeladen werde. Auch bei vielen Wettbewerbsausstellungen in Rheinland-Pfalz bin ich präsent. Besonders gefreut hat mich 2024 der Ankauf einer keramischen Plastik durch die TUFA Trier.
Als Mitglied des Berufsverbandes Bildender Künstler Rheinland-Pfalz nehme ich jedes Jahr an den „Offenen Ateliers“ teil – eine wunderbare Gelegenheit, mit Besuchern und Kunstinteressierten ins Gespräch zu kommen. Der Austausch über meine Arbeiten, die weder dekorativ noch gefällig sind, ist für mich immer sehr bereichernd.
Was ist deine Motivation?
Das Arbeiten und Gestalten mit formbaren Materialien wie Ton und Metall gehört zu meinem Alltag. Meine plastischen Arbeiten sind formal reduziert, kubisch und architektonisch. Ich möchte spannungsvolle Gegensätze verbildlichen:
Stabiles gerät in Schieflage, wird kippelig, steinharte Keramik wirkt fragil, schräge Winkel verweisen auf Bewegung, gewölbte Standflächen geben den Objekten Leichtigkeit.
Ich arbeite mit „armen“ Materialien: rostenden Blechen, spröder Keramik mit rauen Kanten und Spuren farbiger Glasuren. Meine Werke verweisen auf eine fragile und unsichere Welt. Ich nehme die mich umgebende Welt nicht als umfassende Einheit wahr, sondern versuche, das Collagenhafte, Bruchstückhafte meiner Existenz sinnvoll zusammenzusetzen.
Hast du konkrete Pläne und Ziele für die Zukunft?
Ich arbeite derzeit an einer Einzelausstellung und bewerbe mich bei verschiedenen Kunstvereinen und kommunalen Galerien. Mein Traum ist ein schlichter Raum mit neutralem Betonboden, klarer Beleuchtung und Wänden, die sich für direkt montierte Wandinstallationen eignen – und natürlich ein Veranstalter mit einer guten Verteilerkartei und interessiertem Publikum.
Was wünschst du dir für die Kultur an der Mosel?
Ich fände es spannend, einzelne Plastiken oder Wandarbeiten zeitlich begrenzt als Leihgabe in Hotels, Restaurants oder Weinlokalen zeigen zu können. Oft gibt es in einem Treppenhaus, einer Raumecke oder Nische einen Platz, an dem ein Werk gut zur Geltung kommt.
Mein Arbeitstitel wäre „art-eye-catcher“ – begleitet von kurzen Erläuterungen oder Denkanstößen in drei Sprachen. So ließe sich der Fokus auf einzelne Kunstwerke lenken – ganz wie beim Moselwein, der ebenfalls kein Massen-, sondern ein Klasseprodukt ist.
Fotos © Privat / Karen Scheuer / Isa Steinhäuser / www.justsophotos.de