
27 Nov. Pfarrkirche Sankt Martin in Ediger: Ein bedeutendes Kulturerbe in der Warteschleife
Sage und schreibe zwei Jahre – vielleicht sogar länger – werden die Bürger von Ediger-Eller auf ihre beeindruckende Kirche verzichten müssen. Seit Anfang 2024 ist das Kirchenschiff der über 500 Jahre alten Sankt Martin-Kirche mit ihrem spätgotischen Sterngewölbe wegen akuter Einsturzgefahr geschlossen. Auch das majestätische Glockengeläut, das der Dumont-Reiseführer einst als „das majestätischste Geläut an der Mosel neben dem Trierer Dom“ beschrieb, ist verstummt, um die Einsturzgefahr nicht zu erhöhen. Nur der Glockenschlag der Uhr bleibt als tägliches akustisches Lebenszeichen erhalten.
Trotz der schwierigen Situation zeigt die Gemeinde vorbildliches Engagement. Sofort nach Bekanntwerden der Probleme wurden durch die bischöfliche Denkmalverwaltung und lokale Akteure wichtige Maßnahmen eingeleitet. Dabei wurde ein großer Erfolg erzielt: Die Kirche aus dem Jahr 1506 wurde als nationales Denkmal anerkannt. Diese Anerkennung bringt nicht nur zusätzliche Aufmerksamkeit, sondern auch eine solide Basis für das Finanzierungskonzept der aufwendigen Sanierung. Dennoch bleibt der Kirchengemeinde ein erheblicher Eigenanteil an den geschätzten Baukosten von rund zwei Millionen Euro.
Die Bedeutung der Sankt Martin-Kirche geht weit über die Region hinaus. Ihr markanter Kirchturm, der vor 22 Jahren aufwendig renoviert wurde, zieht bis heute Besucher in seinen Bann. Auch die historische Stumm-Orgel und das beeindruckende Glockengeläut machen die Kirche zu einem kulturellen Schatz. Umso schmerzhafter ist der Verlust für die Gemeinde und die vielen Gäste, die die Kirche nun nicht besuchen können.
Doch auch in dieser herausfordernden Zeit gibt es Wege, die Verbindung zur Kirche zu bewahren: Über das Internet können Interessierte die Klänge der berühmten Orgel hören, gespielt von Professor Wilhelm Krumbach, oder die sechs Glocken im Einzelklang und im Konzert erleben. Vor Ort ermöglicht ein QR-Code im Rahmen des Projektes Prelude-Orgel am Kircheneingang, die Klänge der Stumm-Orgel direkt auf das Smartphone zu übertragen. Ein Vortrag des Kölner Pfarrers Burkhart Demberg, der in der Sankt Martin-Kirche gehalten wurde, ist ebenfalls online verfügbar und bietet spannende Einblicke in die „Macht des Wortes“.
Die Advents- und Weihnachtszeit ist für viele Menschen eine besinnliche Zeit, die zum Nachdenken einlädt. In Ediger wird dieser spirituelle Raum durch den Verlust der gewohnten Feierlichkeiten besonders spürbar. Umso wichtiger ist es, dass die Gemeinde und Unterstützer weiterhin zusammenhalten und die Bedeutung dieser einzigartigen Kirche hochhalten.
Für Unterstützungswillige: Die Kirchengemeinde Moselkrampen freut sich über Spenden. Spendenkonto: PAX-Bank, IBAN: DE66 3706 0193 3003 0780 00 (Verwendungszweck: Kirchbau Ediger, vollständiger Name und Adresse für eine Spendenquittung).
Text: Norbert Krötz, Ediger-Eller