Dionysos` heimliche Depots

Dionysos` heimliche Depots

Im Vinothekprojekt des Studiengangs Innenarchitektur der Hochschule RheinMain liegen in der Zwischenzeit die ersten Endergebnisse vor. Für den 16. August 2022 ist die Abschlusspräsentation der „Endwürfe“ zu den vier Weingütern Rosenhof in Maring, Weingut Kerpen in Wehlen, Dr. Leimbrock in Mülheim und HEM/ Philipp Haas in Bernkastel mit anschließender Prämierung an der Mosel geplant.
Während der Entwurfsphase suchten die Studenten die maximale Nähe zu den Weingütern und ihren Produkten. Ein wesentlicher Teil der Aufgabe bestand darin, unter Einbeziehung der vorhandenen Bausubstanz, die in der Regel die Spuren unterschiedlicher Stile und Epochen trägt und sich wenig homogen darstellt, eine ästhetische Klammer zu finden, die unter einem Markenaspekt den Blick in die Zukunft wagt und eine individuelle Marke bildet. Hier stellten alle Weingüter die Studenten vor sehr unterschiedliche Aufgaben.

Der abgebildete Entwurf der Masterstudentin Annalena Bott zeigt einen Pavillon, der an der Stelle einer ehemaligen Garage entsteht. Die Rose als Leitmotiv des Rosenhofes der Familie Fritzen in Maring bildete die Grundlage für eine abstrakte und moderne Interpretation. Der Entwurf unterstützt bewusst das moderne und ganzheitliche Erscheinungsbild des Unternehmens und setzt sich detailhaft in den angrenzenden Baukörpern fort. Der formale Konzeptgedanke bildet die Grundlage für alle Designentscheidungen. Jedes Objekt ist in diesem Sinne ein Unikat.

Im Rahmen der Entwicklung fanden bereits erste Arbeitskontakte mit Handwerkern aus der Region statt.

In diesem Sinne möchte das Projekt die Bedeutung von Architektur bei der Herstellung regionaler Identität sowohl nach innen als auch nach außen verdeutlichen. Diese Identität und die damit verbundene Atmosphäre spiegelt sich im Idealfall in komplexen, gewachsenen architektonischen Strukturen. Wir sind seit Jahrzehnten damit beschäftigt, diese Strukturen aus ökonomischen Gründen zu zerstören.

Die Menschen, die sich auf den Weg an die Mosel machen, suchen das Authentische und finden nicht selten die Kopie und das Entseelte. Wäre schön, wenn es uns gelingt, durch unsere Arbeit eine weitere Perspektive zu öffnen, einen Blick von Außen.

Text: Projektleiter Professor Reiner Wiesemes, Hochschule RheinMain, Studiengang Innenarchitektur, Email: reiner.Wiesemes@gmx.de



Faszination Mosel
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